Donnerstag, 5. Januar 2012

Theologe: Neuem Atheismus auch 'am Stammtisch' entgegentreten


Wiener Theologe Weber: Altbekannte Argumente werden heute neu und "populistisch" vermittelt - Nicht nur "theologische Profis" sollen Antworten auf kritische Fragen geben können

Wien (kath.net/KAP) Um den sogenannten "neuen" Atheisten kraftvoll entgegenzutreten, müssen Christen fähig sein, rational nachvollziehbare Antworten auf Glaubensfragen geben zu können. Das fordert der Wiener Dogmatiker und theologische Mitarbeiter von Kardinal Christoph Schönborn, Hubert Philipp Weber, in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag". Der "neue Atheismus" propagiere altbekannte Argumente heute "populistisch" mit Hilfe etwa der Boulevard-Medien oder "am Stammtisch". Auch dort müssten Gläubige zur Be- und Entgegnung bereit sein. Daher sei es unverzichtbar, "den eigenen Glauben gut zu kennen und vor kritischen Fragen nicht zurückzuweichen", so Weber.

Schon die "Klassiker" des Atheismus im 19. Jahrhundert wie Friedrich Nietzsche oder Ludwig Feuerbach hätten die Vereinbarkeit des christlichen Glaubens mit modernem wissenschaftlichem Denken infrage gestellt, erinnert der Mitarbeiter am Institut für Dogmatische Theologie in dem Interview. Ihre heutigen Nachfolger wie Christopher Hitchens oder Richard Dawkins bedienten sich ähnlicher Inhalte, nützten aber "die Methoden der Verbreitung vielfältiger und differenzierter".

Neben Vorträgen und Büchern dienten auch Comics, Kinderbücher oder Busse mit der Aufschrift "Es gibt wahrscheinlich keinen Gott..." als Verbreitungsmedien. Statt langer Abhandlungen, die nur schwer zu verstehen sind, werden kurze Thesen vorgetragen, so Weber. Die Diskussion habe sich von der Fachwelt hinein in die Medien, besonders ins Internet, verlagert.

Jedenfalls müssten heutige Christen bereit zur Auseinandersetzung damit sein. Weber erinnerte an das Zweite Vatikanische Konzil, demzufolge die Argumente des Atheismus nicht einfach nur als falsch oder unsinnig abgetan werden könnten. "Auch wenn manche Vertreter des neuen Atheismus an einem Gespräch mit Theologen wenig interessiert sind - viele Leser ihrer Schriften wollen Antworten auf die kritischen Fragen bekommen", erklärte der Wiener Dogmatiker. Dazu bereit und fähig zu sein, sei eine Anforderung nicht nur an "theologische Profis".

Samstag, 19. November 2011

Gabriele Kuby über die 'Zweite Bekehrung'

Leseprobe 3: Die zweite Bekehrung dauert ein Leben lang und ist immer wieder neu zu vollziehen.

Kisslegg Leseprobe aus dem Buch „Selbsterkenntnis. Der Weg zum Herzen Jesu? von Gabriele Kuby. Teil 1: Gabriele Kuby über 'Selbsterkenntnis'; Teil 2: Gabriele Kuby über die 'Erste Bekehrung'

Genau hier ist die Weichenstellung, ob wir wirklich Christen werden. Hier beginnt die zweite Bekehrung und diese dauert ein Leben lang, ist immer wieder neu zu vollziehen. Nur der eigene Stolz türmt sich vor uns auf, Gott selbst sichert uns seine barmherzige Vergebung immer wieder zu. Es wäre so einfach, wenn wir nur glauben könnten, was Johannes schreibt: Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt unsere Sünden und reinigt uns von allem Unrecht (1 Joh 1, 9). Wenn wir diesen Weg gehen, dann begeben wir uns auf eine Treppe, die nach unten führt. Es ist der Weg in die Wahrheit der eigenen Existenz. Es ist der einzige Weg zu Gott. Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen. Denn wenn das Herz uns auch verurteilt – Gott ist größer als unser Herz, und er weiß alles (1 Joh 3, 19-20).

Die lieben Mitmenschen, „die anderen“, liefern die Reize, damit unsere Teufel aus der Kiste springen: Rivalität, Eifersucht, Neid, Geltungssucht, die Nummer eins sein wollen, Ärger, Zorn, Geiz, Stolz und die ganze Schar der Unterteufel, die in diesem Milieu ihr Unwesen treibt.

Ich fragte einmal einen Bruder einer Einsiedlergemeinschaft, was denn das Schwerste an seinem Leben sei: Jede Nacht vor 23 Uhr aufstehen und für drei bis vier Stunden beten, vom Fest der Kreuzerhöhung bis Ostern an den Wochentagen nur täglich eine Mahlzeit, ein Leben lang auf einem Strohsack schlafen, die Einsamkeit und das Schweigen ertragen, Gehorsam üben, die Klausur nicht verlassen dürfen? Er antwortete: die Mitbrüder! Ich war erstaunt: Sie sprechen doch nur einmal in der Woche miteinander. Aber ein schräger Blick genügt, ein bestimmtes und beständiges Räuspern im Chor… Immer, immer sind die Mitmenschen eine Herausforderung, lieben zu lernen, besonders die Liebsten.

Die unsichtbare Fehde

Mönche wissen, dass die fremden Götter im Herzen eines Erstbekehrten noch lange nicht gestorben sind.

Wer ein Leben lang ein Workaholic war und die Arbeit zu seinem Gott gemacht hat, der kann das nicht mit einem Schlag ändern.

Wer in wechselnden sexuellen Beziehungen gelebt hat, wer sex- oder pornographiesüchtig war, der gewinnt die Reinheit nicht mit der Bekehrung schlagartig zurück. Es ist ein Reinigungsprozess der Leibes, der Seele, der Gedanken nötig, der Jahre dauert.

Wer gewohnheitsmäßig die Wahrheit immer ein wenig auf die eigenen Bedürfnisse zurechtgebogen hat, der lernt nicht von heute auf morgen, es mit der Wahrheit genau zu nehmen – gelegen oder ungelegen.

Wer immer sein eigener Herr war und selbst bestimmt hat, was für ihn gut und richtig ist, der wird lange Zeit brauchen und unter Schmerzen lernen, sich ein- und unterzuordnen.

Der Kampf, „die unsichtbare Fehde“, dauert bis zum Ende des Lebens. Wüstenväter berichten, dass sie im Alter plötzlich von sexuellen Begierden angefochten werden, die sie längst überwunden zu haben glaubten. Sie nehmen die Anfechtung als Demütigung an, die sie vor Stolz bewahrt, denn sie wissen, der Stolz stirbt eine viertel Stunde nach dem Tod.

Arm-Seligkeit

Die innere Fehde hat ein Ziel: Zu lernen, auf den Willen Gottes zu hören und ihm gehorsam zu werden. In Maria haben wir das überragende Vorbild: Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast (Lk 1, 28). Sie weiß, der Antrag kommt von Gott. Sie weiß, dass er alles umstürzt, was sie bisher für ihr Leben geplant hat. Sie ist sich des unauslotbaren Wagnisses bewusst – und spricht ihr Fiat.

Demut, sagt Theresa von Avila, ist Mut zur Wahrheit. Sich im Licht Gottes wahrzunehmen und zu sagen: Das, Herr, bin ich – das ist Demut.

Hier, in der Tiefe, wenn wir die Treppe hinabgestiegen sind, hier unten in der Armseligkeit unserer menschlichen Existenz begegnen wir dem Herrn am Kreuz. Dort vernehmen wir: Ich habe hier auf dich gewartet. Sieh, ich habe deine Sünden auf mich genommen, ich habe deine Schuld bezahlt. Ich wasche dich rein mit meinem Blut. Ich bin das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt – deine Sünde.

Hier unten wird wahr, was wir so oft gehört haben und doch nicht glauben konnten: Gott ist die Liebe und er liebt mich, so wie ich bin. Er ist gekommen, um die Sünder zu retten und die Kranken zu heilen, von denen ich einer bin. Hier, im Bewusstsein meiner Armut kommt die frohe Botschaft nun endlich bei mir an und macht mich selig: Jesus weist mich nicht zurück, niemals, in jedem Zustand kann ich zu ihm kommen. In der Armseligkeit beginnt der Weg der Heilung.

Herzensreue

Nur eines ist unerlässlich: Wahrhaftigkeit, Reue und der Wille zum Guten. „Reue kommt immer zu spät“, sagt ein Sprichwort, aber echte Reue ist kostbarer als Gold. Das eben ist der Schmerz der Reue, zu erkennen, dass ich falsch gehandelt habe, dass ich am Anderen schuldig geworden bin, dass ich die Liebe verletzt habe, dass ich vor Gott gesündigt habe – und nichts mehr ändern kann. Wie sehr erleben Eltern diesen Schmerz, wenn ihre Kinder auf Abwege kommen und sie rückblickend zu wissen meinen, wie sie besser Vater und besser Mutter hätten sein können. Dieser Schmerz, die Herzensreue, macht wirkliche Umkehr möglich, sie liefert den emotionalen Treibstoff, um die Weichen des Lebens umzustellen.

Hören wir wieder die Väter: „Echte begnadete Reue, die Gottes Gnade verleiht, weckt ein warmes Bereuen seiner Schuld; bei tiefem Schmerz darüber, Gott gekränkt zu haben, durch Sünde ihm fern zu sein – und zugleich eine freudige Zuversicht in die Barmherzigkeit Gottes und Herzensrührung angesichts Seiner vergebenden Güte. Wie der Verlorene Sohn in des Vaters Arm weint der Mensch um seine Sünden und erlebt froh gerührt die vergebende Liebe des Vaters.“

Gabriele Kuby:
Selbsterkenntnis. Der Weg zum Herzen Jesu
fe-medienverlag
Kisslegg 2010
ISBN 978-3-939684-83-1
Hardcover, 48 Seiten
Preis: 5,50 €

Samstag, 12. November 2011

Die üblichen Strategien der Vermeidung von Selbsterkenntnis



  • ? Bagatellisierung: War nicht wichtig. Kann jedem mal passieren.
  • ? Ausnahme: Das war nur eine Ausrutscher, und das auch und jenes auch. Ei-gentlich bin ich gar nicht so.
  • ? Beschönigung: Ich hab’s doch gut gemeint. War nur ein Missverständnis.
  • ? Rechtfertigung: Da kann man gar nicht anders reagieren. Es ist schlimm, was der andere mir angetan hat. Er muss sich ändern. Er muss sich bei mir ent-schuldigen!
  • ? Empörung: Unmöglich! Diese Ungerechtigkeit! Wie kann sie nur! So kann man sich als Christ wirklich nicht benehmen!
  • ? Herabsetzen: Er ist wirklich krank. Er sollte zum Therapeuten gehen!
  • ? Anklage: Du bist schuld!
  • ? Schlecht über die Person reden.
  • ? Dem anderen schaden wollen.
  • ? Dem anderen wirklich schaden.
  • ? Oder: Dulden, Schlucken, Selbstmitleid, Groll, Nachtragen.
(mehr)

Montag, 7. November 2011

Deutschland - Respektiere die Würde des Menschen

"So kommt uns – um einen besonders wichtigen Punkt anzusprechen – keinerlei Urteil darüber zu, ob ein Individuum „schon Mensch" oder „noch Mensch" ist, und ebensowenig steht uns zu, den Menschen zu manipulieren und sozusagen machen zu wollen. Eine Gesellschaft ist nur dann wahrhaft menschlich, wenn sie die Würde jeder Person von der Zeugung bis zum natürlichen Tod respektiert und uneingeschränkt schützt. Wenn sie sich aber entschließen würde, ihre schutzbedürftigsten Mitglieder auszusortieren, Menschen vom Menschsein auszuschließen, verhielte sie sich zutiefst inhuman und auch unwahrhaftig angesichts der für jeden Menschen guten Willens einsichtigen Gleichheit der Würde aller Menschen in allen Lebensstadien. Wenn der Heilige Stuhl in Grundfragen der Menschenwürde, wie sie sich heute in vielen Bereichen der pränatalen Existenz des Menschen stellen, in den Bereich der Gesetzgebung hineinspricht, so tut er es nicht, um den Glauben indirekt anderen aufzuzwingen, sondern um Werte zu verteidigen, die als Wahrheiten des Menschseins grundsätzlich für alle einsichtig sind, auch wenn Interessen verschiedener Art diese Einsichtigkeit vielfach zu verdunkeln suchen.

An dieser Stelle möchte ich noch einen anderen bedenklichen Aspekt ansprechen, der, wie es scheint, durch materialistische und hedonistische Tendenzen vor allem in den Ländern der sogenannten westlichen Welt um sich greift, nämlich die geschlechtliche Diskriminierung von Frauen. Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, ist dazu bestimmt, für den anderen da zu sein. Eine Beziehung, welche nicht beachtet, daß Mann und Frau die gleiche Würde besitzen, bedeutet ein schweres Vergehen gegen die Menschlichkeit. Hier ist es an der Zeit, Prostitution wie auch die weite Verbreitung von Material erotischen oder pornographischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken. Der Heilige Stuhl wird darauf achten, daß der notwendige Einsatz gegenüber diesen Mißständen seitens der katholischen Kirche in Deutschland vielfach entschiedener und deutlicher erfolgt" (Benedikt XVI, anläsllich der Akreditierung des deutschen Botschafters).

Komplett verrückt: Während der Geburt legale Abtreibung, danach Mord

Kein Kind wird in diesen Schuhen jemandem in die Arme laufen. Sie wurden abgetrieben.
.


US-Abtreibungs-'Arzt' bekennt sich des Mordes schuldig

Babys hatten nach ihrer Abtreibung geatmet oder sich bewegt, daraufhin hatte ihnen Steven Massof die Wirbelsäule in der Halsregion durchgetrennt mit dem Ziel, sie zu töten.


Philadelphia (kath.net/LifeSiteNews) Steven Massof, medizinischer Angestellter einer Abtreibungsklinik in Philadephia, hat sich in zwei Fällen des Mordes für schuldig bekannt. Gegen ihn wird ermittelt wegen Mord, wegen Beihilfe zum Mord und wegen anderer Delikte. Ermittlungen laufen auch gegen weitere Klinikangestellte, davon haben drei inzwischen ebenfalls ein Geständnis abgelegt.

Es ging um Babys, die ihre Spätabtreibung lebend überstanden hatten und nach ihrer Geburt geatmet hatten oder sich bewegt hatten. Massof hatte ihnen außerhalb des Mutterleibes die Wirbelsäule in der Halsregion durchgetrennt mit dem Ziel, sie zu töten. Im Gespräch während einer solchen Straftat habe er nach Aussage einer anderen Klinikmitarbeiterin den Vergleich zum Köpfen eines Kükens gezogen.

In den USA ist unter bestimmten Umständen die sogenannte „partial-birth“-Abtreibung gesetzlich erlaubt, also die Tötung des Babys während des Geburtsvorgangs, jedoch nicht nach Abschluss der eigentlichen Geburt.

Massof hatte zwar eine medizinische Ausbildung durchlaufen, hatte aber keine Arztlizenz. Dies hinderte die Abtreibungsklinik nicht, ihn trotzdem einzustellen und einzusetzen. Die Abtreibungsklinik, welche sich in einem Armenviertel befand, wurde wegen der unglaublich katastrophalen Zustände als „Horrorhaus“ bezeichnet. Die zuständigen örtlichen Behörden hatten trotz Kenntnis der Zustände lange Zeit nicht eingegriffen.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Abtreibung – die ungewöhnliche Antwort eines Frauenarztes

Ein ungeborenes Kind, ein geborenes Kind und eine salomonische Lösung.

„Herr Doktor, ich habe ein ernstes Problem“, sagte eine Frau zu ihrem Gynäkologen. „Ich brauche Ihre Hilfe. Mein Baby ist noch kein Jahr alt und jetzt bin ich schon wieder schwanger. Ich möchte die Kinder nicht so nah beieinander.“

„Okay“, antwortete der Frauenarzt. „Was soll ich tun?“

„Ich möchte, dass Sie meine Schwangerschaft beenden“, antwortete die Frau. „Ich verlasse mich darauf, dass Sie mir helfen.“

Der Arzt dachte nach, und nach einer kurzen Stille fuhr er fort: „Ich glaube, dass ich eine bessere Lösung für Ihr Problem habe. Das wäre auch für Sie weniger gefährlich.“

Die Patientin lächelte und dachte, der Arzt würde ihre Bitte akzeptieren.

Doch dann fuhr der Arzt fort: „Schauen Sie, wenn Sie nicht zwei Babys gleichzeitig versorgen möchten, dann schlage ich Ihnen vor, dass wir das Baby töten, das in Ihren Armen liegt. Dann können Sie sich auch etwas ausruhen, bis das nächste Baby geboren wird. Wenn wir eines von beiden Babys töten, dann ist es ja egal, welches wir nehmen. Wählen wir dafür besser das Baby aus, das bereits geboren ist, dann gehen Sie nämlich kein gesundheitliches Risiko für sich selber ein.“

Die Frau war entsetzt. „Nein, Herr Doktor! Wie furchtbar! Es ist doch ein Verbrechen, ein Kind zu töten!“

„Ja“, erwiderte der Arzt. „Aber Sie sind doch damit einverstanden, deshalb denke ich, dies wäre die beste Lösung“.

Der Arzt lächelte, als er merkte, dass er ins Schwarze getroffen hatte. Er konnte die Mutter überzeugen, dass es keinen Unterschied macht, ob man ein Kind nach oder vor der Geburt tötet. Das Verbrechen ist immer dasselbe.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Mach ein Interview mit Hans Küng!

Eine Handreichung zur 'richtigen' Papstberichterstattung - Zehn Regeln für Journalisten, die über Benedikt XVI. schreiben wollen/müssen, wie es sich gehört. Ein Satirebeitrag von Armin Schwibach

Endlich gibt es eine griffige Zusammenfassung, damit diese vornehme Aufgabe wie Öl über den Schirm, das iPad oder einfach über den Schreibtisch flutscht – eine praktische Handreichung in der Form eines Dekalogs mit Unterpunkten, damit Du als Journalist, Kommentator, Talkshowmaster, Leitartikelschreiber oder Blogger wirklich gewappnet bist! Wir wollen Dir helfen, Deine verantwortungsvolle Arbeit so zu tun, dass sie wirklich dem „Gemeinwohl“, der „Objektivität“ und dem „Informationsbedürfnis“ Deiner Leser dient.

Falls Dir dennoch einmal jemand vorwerfen sollte, eine Wirklichkeit zu beschreiben, die es gar nicht gibt: Schwamm drüber, mach einfach weiter so!

1. Bereite Dich sorgfältig auf jede Apostolische Reise Benedikts XVI. vor:

a. Entfache zuerst eine umfangreiche Polemik über die Kosten der Reise.

b. Bemühe Dich genauestens um die möglichen Thematiken, die während der Reise zur Sprache kommen könnten (pädophile Priester; Homosexualität; massenhafte Kirchenaustritte; eventuelle Kontraste mit Protestanten, Juden, Moslems, Atheisten, „Wir sind Kirche“; wiederverheiratete Geschiedene; Zölibat; Frauenweihe). ATTENZIONE! Liegt das Land in Afrika? Dann kann es nur ein Thema geben: AIDS und „Kondomverbot“. Ignoriere sämtliche aktuellen Stellungnahmen renommierter AIDS-Forscher, die betonen, dass Kondome das AIDS-Problem niemals lösen können. Wie es den Leuten in Afrika wirklich geht, kann Dir egal sein.

c. Stelle die Reise als „die schwierigste des Pontifikats“ dar.

d. Betone so weit wie möglich die üblichen Protestdemonstrationen, die organisiert werden. Erwecke den Eindruck, dass die Zahl der Demonstrierer größer sein wird als die der Gläubigen.

e. Betone die Tatsache, dass der Papst die Verhältnisse in den Ländern, die er besucht, nicht wirklich kennt, da er weltfremd und verschanzt im Vatikan lebt (dort Katzen streichelt, Bücher schreibt, Klavier spielt, mit keinem spricht, einsam seinen Apfelstrudel isst und diesen mit Orangensaft hinunterspült).

f. Mach ein Interview mit Hans Küng.

g. Sollte der Papst zufällig Deutschland besuchen, ist das Zitat „nemo propheta in Patria“ obligatorisch

2. Die Reise verläuft völlig anders, als Du erwartest hast?

a. Kopf hoch!

b. In Deinen Interviews sollten ausschließlich Katholiken zu Wort kommen, die solche Sachen sagen: Johannes Paul II. war mir lieber, oder: Ich bin hier nur aus Neugierde, oder: Ich bin zwar katholisch, aber mit DIESER Kirche und mit DIESEM Papst habe ich meine GROSSEN Probleme, oder: Der Papst ist mir egal. Wenn möglich, mach Interviews mit Priestern zwischen 60 und 75 oder mit ausgewählten Seminaristen. Suche altliberale Weihbischöfe, die gern Insidernews ausplappern.

c. Zeig die Bilder der Gegendemonstranten, auch wenn es nur ein paar Leute sind, die mal einen Tag anders verbringen wollten. WICHTIG: Nutze die Hälfte der Zeit, die Dir in der Nachrichtensendung zur Verfügung steht, um über die Demonstranten zu berichten und nicht über das, was der Papst sagt oder tut.

d. Hebe NIE die Zahl der Gläubigen hervor, die gekommen sind, um Papst Benedikt XVI. zu hören. Erinnere Dich IMMER an das Prinzip, dass ein Demonstrant mit 2 multipliziert werden muss, während jeder Gläubige nur die Hälfte wert ist.

e. Wenn der Papst sagt: „Wir verteidigen die Familie“, dann schreib: „Der Papst ist gegen eingetragene Lebensgemeinschaften“.

f. Wenn während des Besuchs irgendetwas passiert, das völlig irrelevant ist (ein angebliches Attentat, falsche Drohungen, ein unsinniger Artikel aus dem Ausland über einen möglichen Rücktritt Papst Benedikts XVI.), so hebe DAS hervor und nicht, was der Papst tut.

g. Vergiss NIE, Deine Leser darauf hinzuweisen, dass der Papst nicht explizit über den Missbrauchskandal gesprochen hat.

h. Sollte der Papst dies dennoch tun, ignoriere es!

i. Hans Küng MUSS interviewt werden.

j. Wenn Dich der Papst überrascht, dann übertreibe nicht. Du kannst immer schreiben, dass Benedikt XVI. eine komplexe Sprache spricht, die dem „Menschen auf der Straße“ nichts zu sagen hat, oder dass der „Professor Papst“ schon vor 40 Jahren eine ähnliche Theologie gelehrt hatte, wie er es jetzt tut.

k. Wenn Dir zwei Zahlen zu den Präsenzen der Gläubigen zur Verfügung stehen, wähle immer die kleinere.

l. Wenn es nicht anders geht, dann berichte, dass zwar viele da waren, die meisten jedoch aus Neugier, Zufall oder wegen des Vorprogramms zu der Veranstaltung gekommen sind.

m. Ignoriere den Rest der Reise.

3. Wenn die Reise zu Ende ist, dann:

a. Mach sofort ein Interview mit Alois Glück oder Helmut Schüller. Die möchten auch mal was gefragt werden.

b. Ansonsten: sprich nicht mehr von der Reise. Sie ist abgefeiert.

4. Vergiss NIE das Top-Thema der letzten Jahre! Sexueller Missbrauch durch Kleriker ist immer in.

a. Kommt es zur Verbreitung von Nachrichten über neue Anklagen gegen den Papst (z.B. eine Anzeige beim internationalen Strafgerichtshof in Den Haag), dann stell Dich dumm und tu so, als wüsstest Du nicht, dass Joseph Ratzinger der Mann ist, der in den letzten Jahrzehnten am meisten getan hat, um die Geißel des Missbrauchs in der Kirche zu bekämpfen und auszumerzen.

b. Zitiere NIE die von Joseph Ratzinger und Benedikt XVI. getroffenen Gegenmaßnahmen.

c. Der Papst MUSS auf die erste Seite kommen, wenn möglich mit einem schlechten Foto (von hinten, von der Seite, in einem düsteren Licht).

d. Zitiere IMMER den „Fall H.“(ullermann) aus München, auch wenn längst geklärt ist, was es damit auf sich hatte.

e. Erwähne IMMER den Papstbruder, auch wenn er nichts mit den Missbrauchsfällen zu tun hat, zu denen es vor fast 50 Jahren bei den Regensburger Domspatzen gekommen war.

f. Tu alles dafür, dass der Leser denkt, dass die Missbrauchsskandale während des Pontifikats Benedikts XVI. begonnen haben.

g. Betone NIE, dass Benedikt XVI. der einzige Papst ist, der bisher sechs Mal mit Missbrauchsopfern zusammengetroffen ist.

h. Mach ein Interview mit Hans Küng, damit er endlich seine Meinung sagen kann.

i. Wenn es in der Kirche brennt, dann versuche, die ganze Verantwortung auf den Schultern Benedikts XVI. abzuladen. Solltest Du aber merken, dass der Wind jetzt aus einer anderen Richtung weht, dann schreibe: Das ist nicht allein das Verdienst Benedikts XVI.

j. Mach ein Interview mit den Verantwortlichen von Vereinigungen von Missbrauchsopfern, die den Vatikan am meisten angreifen.

k. Wenn andere und angesehene Kommentatoren erklären, dass Benedikt XVI. der Papst ist, der am meisten gegen den sexuellen Missbrauch in der Kirche getan hat, dann schalte in den Rückwärtsgang und rede nicht mehr von Sachen wie Den Haag.

l. Mach die Leute glauben, dass Benedikt XVI. SEHR VIEL MEHR tun könnte. Der Papst MUSS immer im Unrecht sein.

m. Unterlasse es, darauf hinzuweisen, dass Joseph Ratzinger seit dem Jahr 1988 mehr Strenge bei der Bestrafung von Schuldigen gefordert hat.

n. Tu so, als wüsstest Du nicht, dass die Kongregation für die Glaubenslehre erst seit 2001 die zuständige vatikanische Stelle ist, wenn es um sexuellen Missbrauch durch Kleriker geht, was die dort großspurig „delicta graviora“ – sehr schwere Vergehen nennen.

o. Vergiss NIE: in diesem Bereich gibt es Namen, die man nennen kann, und andere, die NIE mit dieser Problematik in Verbindung gebracht werden dürfen.

5. Wenn der Papst eine wichtige Ansprache hält, dann:

a. Tu so, als hätte er nicht gesprochen, um Dich dann darüber aufzuregen, dass er nichts über ein bestimmtes Thema gesagt hat.

b. Das „Ja zum Leben“ MUSS zum „Nein zur Pille danach“ werden, das „Ja zur Familie“ zum „Nein zu Lebenspartnerschaften“, vor allem wenn es um Homosexuelle geht.

c. Wenn der Papst die Bischöfe eines gewissen Landes an die Kandare nimmt, so verteidige IMMER die Bischöfe im Namen der KOLLEGIALITÄT.

d. Zitiere immer DAS Konzil und erwecke den Eindruck, als wolle der Papst alle Konzilsdokumente annullieren lassen.

e. Mach ein Interview mit Hans Küng – der war bei DEM Konzil dabei.

6. Wenn Benedikt XVI. im Fernsehen spricht:

a. Betone IMMER, dass er SO ANDERS ist als sein charismatischer Vorgänger.

b. Mach Interviews mit Leuten, die erklären, sie würden andere Päpste vorziehen.

c. Lade nur Priester, Bischöfe und Kardinäle ein, denen es stets gelingt, NICHT über Benedikt XVI. zu sprechen.

d. Tu so, als würde es Dich wundern, wenn der Papst etwas Unerwartetes gesagt hat.

e. Ergreife jede Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass er Dir nach seiner Wahl „kalt“ vorkam, weil er ja ein „Deutscher“ ist und eben der „Panzerkardinal“ und „Großinquisitor“ war.

f. Betone, dass Benedikt XVI. „Professor“ war, und vermittle den Eindruck, dass das gegen ihn spricht.

g. Nicht vergessen: Mach ein Interview mit Hans Küng (sollte er wieder einmal woanders beschäftigt sein: es gibt auch Uta Ranke Heinemann oder Bernhard Häring. NICHT auf die Memorandisten zurückgreifen! Die kennt keiner).

7. Wenn es um Probleme geht, die ihren Ursprung vor dem 19. April 2005 haben:

a. Tu alles, dass man sie „den Fall Ratzinger“ nennt.

b. Mach mobil und fordere, dass der Papst persönlich eingreift, Archive öffnen lässt oder ähnliches. Appelliere an Benedikt XVI., dass er sich zu etwas äußert, von dem er keine Ahnung haben kann.

c. Mach ein Interview mit Hans Küng. Hat er keine Zeit: Veröffentliche einen Abschnitt aus einem seiner alten Bücher. Dort wird man immer fündig, und es ist immer dasselbe.

8. Wenn es um die Beziehung zwischen Benedikt XVI. und den anderen christlichen Konfessionen oder den anderen Religionen geht, dann aufgepasst!

a. Stell Dich immer auf die Seite der Protestanten.

b. Wenn es um die Juden geht, dann vergiss NIE zu erwähnen, dass der Papst Deutscher ist und die Exkommunikation der Weihbischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. zurückgenommen hat.

c. NIE, NIE und NIMMER und auf KEINEN FALL darfst Du erwähnen, dass es Benedikt XVI. war, der die Karfreitagsfürbitte für den sogenannten Tridentinischen Ritus radikal geändert hat. NIE, NIE und NIMMER darfst Du sagen, dass dies weder Paul VI. noch Johannes Paul II. getan hatten, obwohl die „Alte Messe“ nie abgeschafft worden war. NIE, NIE und NIMMER darfst Du sagen, dass Benedikt XVI. dies getan hat, um den Juden entgegenzukommen und sie wirklich ernst zu nehmen.

d. Rolf Hochhuth hat kein ideologisches Drama geschrieben, sondern ein Geschichtsbuch. Vergiss NIE zu betonen, dass es Benedikt XVI. war, der Pius XII. zum „ehrwürdigen Diener Gottes“ erklärt hat. Unterlasse es IN JEDEM FALL, daran zu erinnern, dass der Heiligsprechungsprozess Pius’ XII. im Jahr 1967 unter dem Pontifikat Pauls VI. eröffnet wurde.

e. Wenn die Muslime Thema sind: zitiere IMMER die „Regensburger Rede“ als DEN Stolperstein SCHLECHTHIN, den „Beweis für die diplomatische Unfähigkeit“ des Papstes.

f. NIE und NIMMER darfst Du von den enormen Forschritten im Dialog zwischen der Kirche und den Muslimen nach der Ansprache von Regensburg sprechen.

g. Erwähne NIE die orthodoxen Kirchen und die bevorstehende mögliche Kirchengemeinschaft (Erzbischof Robert Zollitsch docet).

h. Solltest Du gezwungen sein, von den Orthodoxen zu sprechen, dann kommentiere NIE die Annäherung zwischen den orthodoxen Kirchen und der katholischen Kirche als „Verdienst“ Benedikts XVI.

i. Mach ein Interview mit Hans Küng, damit er endlich die verheerende Wirkung des tridentinischen Ritus auf die Ökumene (mit den Juden, mit den Protestanten) klarstellen kann.

9. Wenn es um einen besonderen Jahrestag geht, der Benedikt XVI. betrifft:

a. Das Wichtigste: IGNORIERE IHN!

b. Denke bereits jetzt an den 16. April 2012: der 85. Geburtstag naht! Aber das braucht keiner wissen.

c. Setze Gerüchte über einen möglichen Rücktritt Benedikts XVI. in die Welt, gerade dann, wenn Du meinst, ein „Superkatholik“ zu sein (Antonio Socci docet: so wird man als kleiner Schreiber auch einmal im Ausland bekannt).

d. Mach ein Interview mit Hans Küng. Der MUSS es wissen, vor allem BESSER.

10. Wenn es um die Menschenmassen geht, die zu Papst Benedikt XVI. kommen, dann:

a. IGNORIERE SIE!

b. Tu so, als ob Du die Zehntausenden von Gläubigen nicht siehst, die zum sonntäglichen Gebet des Angelus oder zu den Generalaudienzen auf den Petersplatz strömen.

c. Sollte einmal ein Gläubiger weniger kommen, als angekündigt worden war: Reserviere einen Kasten auf der ersten Seite.

d. Wenn allerdings die Menschenmenge alle Erwartungen übertrifft, dann tu so, als wäre nichts geschehen, und gehe darüber hinweg.

e. Um Deinen Thesen den rechten Unterbau zu geben, mach ein Interview mit Hans Küng.

COPYRIGHT by KATH.NET!


Frei nach einer Idee von Raffaella, der das Verdienst zukommt, vor nunmehr fast fünf Jahren das Blog der Freunde von Papst Ratzinger ins Leben gerufen zu haben. Unermüdlich begleitet Raffaella die Tätigkeit Benedikts XVI. und sammelt Tag um Tag, Stunde um Stunde und zumeist im Minutentakt, was in der italienischen Presse (und nicht nur) über den Pontifikat Benedikts XVI. und das Wirken des Papstes gemeldet wird. Raffaella ist es gelungen, ein großes Pressearchiv zu schaffen, das sich im Lauf der Zeit zu einem wichtigen Arbeitsinstrument entwickelt hat, denn: Raffaella vereint Leidenschaft mit der Fähigkeit zur Analyse.

Montag, 19. September 2011

Wir brauchen Gott


Wir brauchen das „Gottesgnadentum“, das Otto von Habsburg so beschrieben hat: „Wahres Gottesgnadentum ist die Erkenntnis, dass alle Macht von oben kommt, dass sie daher nicht unbeschränkt sein kann, weil sie sich stets auf die obersten sittlichen Grundsätze, auf das göttliche Naturrecht beziehen muss und diesem unterworfen ist. Gottesgnadentum ist daher nicht nur die Grundlage der legitimen Macht, es ist, noch mehr als dies, der sicherste Schutz jener, die der Macht unterworfen sind. Richtig verstandenes Gottesgnadentum ist die stärkste Garantie, die ein Staatsbürger haben kann.“ (Vgl. O. v. Habsburg, Mit Gott für die Geschichte, Heiligenkreuz 2009, S.64) (mehr).

Montag, 29. August 2011

Vier Lernschritte für die Neuevangelisierung - "Neuer Ratzinger-Schülerkreises"

Konkret zeigte Neubauer bei dem Vortrag vier "Lernschritte" auf, die die Basis der Neuevangelisierungsarbeit bilden sollten:

Das "Herabsteigen" zu den Menschen und damit die bewusste Suche des Gesprächs an den Orten, an denen sich das Leben heute abspiele: Straßen, Plätze, Cafes, Bars, Privatwohnungen.

Zum zweiten brauche es gerade in einer Zeit anhaltender Säkularisierung "'Heiligtümer' der Anbetung und des Lobpreises der Gegenwart des Herren".

Zum dritten müsse auch unter den in der Mission und Neuevangelisierung Tätigen eine enge Bindung und Gemeinschaft als "Gebets- und Erzählgemeinschaft" - etwa in Form von kleinen christlichen Gemeinschaften - gepflegt werden.

Schließlich brauche es - so Neubauer abschließend - einer neuen Wahrnehmung der "Demütigungen und Verwundungen" an den Menschen, denn gerade diese seien "der Stoff der Neuevangelisierung".

Das Schülerkreistreffen, das am Donnerstag begonnen hat, wird am Sonntag mit einer Vertiefung der Thematik im Beisein des "Neuen Ratzinger-Schülerkreises" beendet. Aus Österreich nehmen an den Gesprächen neben Kardinal Christoph Schönborn und Otto Neubauer auch der Rektor des Salzburger Bildungshauses St. Virgil, Hans-Walter Vavrovsky, und Prof. Clemens Sedmak teil. Dem "Neuen Schülerkreises" gehören u.a. der Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim, der an der philosophisch-theologischen Hochschule in Heiligenkreuz lehrende Frater Justinus C. Pech sowie der Grazer Theologe Peter Rosegger an.

Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird."